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Autor Thema: Hellas Channel Lese-, Musik- und Filmtipps  (Gelesen 177067 mal)

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Best of Glykeria
« Antwort #930 am: 13.04.2019, 11:38:17 »
Best of Glykeria

Eine gelungene Auswahl von Rebetika und anderen Liedern der bekannten griechischen Sängerin.

https://www.youtube.com/watch?v=SVcyajGtiv0&list=PLB45421AC52D7F01D

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Lily Zografou - Die Frauen der Familie Ftenoudos
« Antwort #931 am: 14.04.2019, 11:47:43 »
Die Frauen der Familie Ftenoudos
von Lily Zografou

"Von meinen 24 Büchern hat mir dieses die meisten Schmerzen bereitet. Man könnte es als Liebesgeschichte bezeichnen, wenn nicht die unmenschliche Härte dieser patriarchischen Familie vorherrschte. Die Hauptfiguren sind Frauen, die sich verhalten wie es sich gehört, die ihr Leben an gesellschaftliche Konventionen verschwenden und keinerlei Liebesleben führen."

Lily Zografou erzählt eine kretische Geschichte aus vergangener Zeit, die sich durch ihre jungen Hauptfiguren wie ein zauberhaftes Märchen entwickelt. Die Frauen der Familie Ftenoudos trotzen den harten Verhältnissen, in die man sie geboren hat, sie begegnen dem Leben auf ganz verschiedene Weise - und warten unbeirrt auf die Liebe. Aber nur eine gibt sich ihr rückhaltslos hin. Am Ende des steinigen Weges, den man sie zu gehen zwingt, winkt ihr unerwartet die Freiheit.

Zografous bekanntestes Werk ist eine Parabel über aufgezwungene Moralvorstellungen und Verbote, gegen Lüge und Selbstbetrug.

Lily Zografou wurde 1922 in dem Fischerdorf Milatos (Lassithi) auf Kreta geboren. Nach dem Studium der Philologie schrieb sie zunächst für verschiedene Literaturzeitschriften. 1949 erschien ihr erstes Buch Agapi (Liebe), eine Sammlung von Kurzgeschichten. Danach bereiste sie mehrere Jahre Mittel- und Osteuropa und arbeitete als Journalistin. 1959 etablierte sie sich mit einer Abhandlung über Nikos Kazantzakis. Insgesamt veröffentlichte sie 24 Titel: Romane, Novellen, Theaterstücke und Essays. Ein Hauptthema ihres Werkes ist der Kampf der modernen Frau für Freiheit und Unabhängigkeit. Der vorliegende und letzte Roman Lily Zografous erschien 1994 unter dem Titel I agapi argesi mia mera und wurde vier Jahre später für das griechische Fernsehen verfilmt. Im Vorwort bezeichnet sie sich als "leidenschaftliche Antifeministin". Die Begründung: "Weil ich froh bin, als Frau geboren zu sein. Ich habe mich nie weit von den Männern entfernt gefühlt, die Männer besaßen nichts, was ich mir nicht genommen habe, wenn ich es haben wollte. Was wäre aus mir geworden, wie hätte ich so viel Lust und solchen Spaß im Leben haben können, wenn es die Männer nicht gäbe?" Lily Zografou starb am 2. Oktober 1998 in Iraklion (Kreta).

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Nikos Xylouris - Erotokritos
« Antwort #932 am: 15.04.2019, 12:05:15 »
Erotokritos
von Nikos Xylouris

Erotokritos (Ερωτόκριτος) ist das wichtigste Werk des Dichters Vitsentzos Kornaros (geb.1553; gest. 1613 oder 1614). Es ist ein gereimter Roman im kretischen Dialekt mit einer auf Volksliedern basierenden Versform.
Die Vertonung und Interpretation des Erotokritos gehört zu den herausragenden Werken des 1980 verstorbenen Nikos Xylouris, der bis heute zu den bedeutendsten Musikern Kretas zählt.

https://www.youtube.com/watch?v=UwDomxyoFgU

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Vea Kaiser - Makarionissi oder Die Insel der Seligen
« Antwort #933 am: 16.04.2019, 16:00:33 »
Makarionissi oder Die Insel der Seligen
von Vea Kaiser

»Ein hinreißender Familienroman von überschäumender Komik« Denis Scheck

In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird. In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären.

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Meteora - Dem Himmel ganz nah
« Antwort #934 am: 17.04.2019, 11:32:16 »
Meteora
Dem Himmel ganz nah


Adler kreisen in den Lüften über den Meteora Klöstern. Beim Blick von oben auf die Felsen von Meteora wird die Entstehungsgeschichte dieser besonderen Landschaft verständlich: Vor über 20 Millionen Jahren war dieses Gebiet von einem Urmeer bedeckt. Im Laufe der Jahrtausende wurde das weiche Gestein weggespült und die harten Felskerne blieben stehen. Im 11. Jahrhundert unserer Zeit ließen sich hier die ersten Einsiedler nieder und bauten in der folgenden Zeit über 20 Klöster, von denen bis heute noch sechs bewohnt sind. Der Film zeigt einen Tagesablauf in einem der Klöster. Während die Klöster früher nur mit Strickleitern oder Notaufzügen zu erreichen waren, können Besucher heute einige, wie „Agia Triada“ mühsam zu Fuß erreichen. Das Leben in den Klöstern wird durch die Geschichten von Mönchen und Nonnen, die von ihrem Alltag erzählen, lebendig.

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Karl Heinz Roth / Hartmut Rübner - Reparationsschuld
« Antwort #935 am: 18.04.2019, 16:14:28 »
Reparationsschuld
Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

von Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner

Die Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert.

Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert. Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren und dokumentieren die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei plus Vier-Vertrag“) kulminierte.

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Kul-Tour: Griechenland - Kreta
« Antwort #936 am: 19.04.2019, 16:20:55 »
Kul-Tour
Griechenland - Kreta
Eine Reise durchs Gebirge


Kreta, die größte griechische Insel, ist ein Kontinent für sich, ein „Land im Meer“, wie Homér sagt. In Kreta stehen zahlreiche christliche Kirchen an Orten, die einst heidnische Kultplätze waren. So wird eine Reise durch das gebirgige Land auch zur Reise durch die Zeit - von minoischen, durch das griechische und römische, durch das byzantinische, venezianische und türkische Kreta.

Der Film führt zu vielen Klöstern, Kirchen und Kapellen, wie auch nach Archánes, wo das Fest Metamórphis, eine Art Erntedankfest, gefeiert wird. Gezeigt wirden vor allem eindrucksvolle Bilder einer Landschaft mit ihren Schluchten, Hochebenen, Gebirgen und den Menschen, die dort leben.

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Edith Hall - Die Griechen und die Erfindung der Kultur
« Antwort #937 am: 20.04.2019, 13:43:36 »
Die Griechen
und die Erfindung der Kultur

von Edith Hall

Von der Kraft und Faszination der griechischen Antike

Sie waren die Erfinder der Demokratie, Begründer der Philosophie, Schöpfer unsterblicher Mythen – doch was genau war das Erfolgsgeheimnis der antiken Griechen und was verbindet uns mit ihnen? Edith Hall, Professorin am Londoner King’s College und eine der weltweit profiliertesten Altertumsforscherinnen, untersucht zehn Charaktereigenschaften, die allen griechischen Völkern gemeinsam waren. Über die Jahrtausende hinweg lernen wir so die wissbegierigen, humorvollen wie kompetitiven Menschen kennen, die als Seefahrer in neue Gebiete vorstießen, sich im Wettkampf in Olympia oder im Redegefecht maßen. Wir erfahren, was die Griechen dachten und fühlten, über welche Witze sie lachten – und es entsteht eine ebenso farbige wie kurzweilig-moderne Geschichte, die uns den Mythen und Göttern, Helden und Menschen so nahe bringt wie nie.

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Arn Strohmeyer - Die Lyra singt, tanzt und lacht
« Antwort #938 am: 21.04.2019, 11:42:12 »
Die Lyra singt, tanzt und lacht
Vom Zauber kretischer Musik

von Arn Strohmeyer

Pressestimmen

„Strohmeyer erzählt anhand eigener Erlebnisse und Recherchen vom Ursprung der Lyra und vom Mythos (…) Er versucht die ganze Wissenschaft um die Zeit der Entstehung und Entwicklung der kretischen Musik von der minoischen bis zur venezianischen Zeit zu verfolgen und in einfachen Ausführungen wiederzugeben; die verschiedenen Instrumente, mit denen sie produziert wird; die Faktoren, die sie prägen wie die Landschaft und die Geschichte; die Beziehung der Spieler zu ihren Instrumenten und besonders zur Lyra; die Sänger und deren Empfindungen im Spielen; die Stellung der Musik im gesellschaftlichen Leben Kretas, da wo die patriarchalische Familie noch existiert und die Stelle des pater familias noch vorherrscht, aber wo die dem Mahl folgende Musik die Unterschiede ausgleicht und die Frauen, nach getaner Arbeit, Platz zu ihren Ehemännern nehmen. Und wenn alle betrunken sind, dürfen sie in die Mantinaden mit einstimmen, sogar mit frechen Versen. (…)
Doch Strohmeyers Hauptaussage besteht in dem Satz: „Es gibt eben nur eine einzige Möglichkeit, diese einmalige Musik zu erleben: man muss sich zu ihr auf den Weg machen.“ Und das macht er als erster. In seinem „Lyra-Sommer 2012“ besucht er viele Musikveranstaltungen und stellt diese Kunst auf verschiedenen Ebenen und Musikstilen für sich und für den Leser seines Buches fest. Er sucht auf und interviewt die Meisterspieler dieses Instruments: Allen voran kommt Psarandonis zur Sprache und sein Bruder Nikos Xilouris im Andenken; (…) Der Autor schildert weiterhin seine Begegnungen mit Stefan Petersilge, dem deutschen Musiker, der seine „Faszination Lyra“ auf Kreta in seiner zweiten Heimat genießt; mit Antonios Stefanakis, dem Lyrabauer, der die Geheimnisse dieses „einfachen dreisaitigen Instruments“ verrät; mit Jannis Markopoulos, der von der Wiederkehr des Mythos spricht und sie mit seiner Musik bewirken kann; mit dem Iren Ross Daly, der die Lyramusik aus einer anderen Sphäre empfindet und praktiziert wie ein echter Kreier. (…)
Ein Buch, das lesbar und verständlich in seiner Kürze ist und bleibt, in einer sehr angenehmen Sprache geschrieben, fundiert und vollständig in seiner Aussage für den intensiven Liebhaber Kretas, aber auch für den einfach interessierten Leser, mit sehr viel Liebe geschrieben ist, die aber nicht zum Pathos ausartet. Arn Strohmeyer sagt zu diesem seinen Projekt: „Wenn es mir gelingen sollte, ein wenig von diesem Zauber vermitteln zu können, wäre dies das schönste Geschenk für den Autor.“ Und das ist ihm bestimmt gelungen. Eine wirkliche Leistung des Autors und eine wichtige Ergänzung der umfangreichen Kreta-Literatur, die es auch Dank des verdienstvollen Dr. Thomas Balistier Verlags inzwischen auf Deutsch gibt.“
Niki Eideneier in Exantas, Heft 19, 2013

„Genau genommen ist dieser kleine, mit vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen bestückte Band eine Hymne auf die Lyramusik, prägt dieses Instrument doch die kretische Klangwelt wie kein anderes, da sie „geschliffen, knapp, frei von Schwulst, kräftig, verhalten, mit einfachsten Mitteln das Wesentliche ausdrückend und von männlicher Strenge ist - und doch voller Empfindsamkeit, Zartheit und Poesie“, wie Strohmeyer in Anlehnung an eine Kreta-Beschreibung des berühmtesten Dichters der Insel, Nikos Katzanzakis („Alexis Sorbas“), anführt.
Freilich, so schreibt der Autor, sei die orientalisch anmutende Lyramusik für Fremde „schwer zugänglich“, weshalb für ihr Verständnis „ein minimales Eindringen in die kretische Kultur“ vonnöten sei. Und genau dies fördert Strohmeyer mit seinem Buch, weil er kompetent seinen „Lesern den Zauber dieser fremdartigen Klänge von Kretas Landschaften, von seinen Mythen, seiner Geschichte, seinem Widerstandsgeist und Freiheitswillen, seiner Poesie, seinen Menschen und deren Lebensfreude her erklären“ will.
Neben seinen eigenen Ausführungen zum Thema hat der Autor mit dem Deutschen Stefan Petersilge gesprochen, der neben dem Iren Ross Daly - dem Strohmeyer ebenfalls ein Kapitel widmet - der auf Kreta wohl anerkannteste nichtkretische Lyraspieler ist. Darüberhinaus stellt Strohmeyer einen Lyrabauer vor, schreibt über die Bedeutung der Insel für Mikis Theodorakis und gibt zudem viele Liedtexte wieder, denn die „Musik Kretas ... lebt neben ihren Melodien auch von ihren Texten.“
Besonders hebt Strohmeyer sowohl in seinem Buch als auch im Gespräch den Aspekt hervor, dass die Lyramusik der „Inbegriff kretischer Identität“ sei. „Ich glaube“, so sagt er, „dass die Lyramusik das Typischste ist, was es auf Kreta gibt ... diese Musik lebt, ist originär, ist ganz authentisch!“„
Griechenland Zeitung Nr. 383, Mai/Juni 2013

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Medea nach Euripides
« Antwort #939 am: 24.04.2019, 13:18:02 »
Medea
(Euripides 480 v. Chr. - 406 v. Chr)

Inszeniert von Michael Thalheimer

Medea. Kaum ein Name evoziert gleichzeitig so viel Faszination und Schrecken. Kein antiker Stoff hat über die Jahrhunderte hinweg zu so vielen Deutungen und Bearbeitungen Anlass gegeben wie der Medea-Mythos, der in der Version des Tragödiendichters Euripides 431 v. Chr. uraufgeführt wurde. Als umstrittene Täterin und maßlos gedemütigtes Opfer, als leidenschaftlich Liebende und gnadenlose Rächerin ist Medea eine ambivalente Bezugsfigur geblieben. Mit Medea, derMehrfachmörderin, die aus Rache an ihrem Mann ihre eigenen Kinder umbringt, gestaltet Euripides gleichzeitig eine Frauenfigur, die ihre Umgebung durch Intellektualität, Schönheit, rhetorische Kraft und kämpferische Entschiedenheit weit überragt. Medea verrät und vernichtet ihre Herkunftsfamilie in Kolchis, als sie Jason hilft, das goldene Vlies nach Griechenland zu bringen. Auf die radikalste Weise bricht sie alle rücken ab, um ihrem Geliebten in sein Land zu folgen, um ein anderes Leben zu führen als Jasons Frau, Mutter zweier Kinder. In Korinth gilt sie als Fremde. Nun will Jason sie verlassen, um die Königstochter zu heiraten. Nicht bereit, dies als Schicksalsschlag einfach hinzunehmen, setzt Medea Schritt für Schritt einen Racheplan in Gang. Gewaltsam und unerbittlich klagt sie ein, was ihr zu Unrecht genommen. In dem blutigen Ende der Tragödie, in dem Mord an ihren Kindern, fällt die einstige Unterscheidung zwischen Freund und Feind, Eigenem und Fremdem. Medea erscheint so als höchst ambivalente Figur der exzessiven Überschreitung eine bis heute beunruhigende, unheimliche Kraft, die alte Ordnungen zerstört und neue begründet.

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Mirko Heinemann - Die letzten Byzantiner
« Antwort #940 am: 25.04.2019, 11:56:29 »
Die letzten Byzantiner
Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer
Eine Spurensuche

von Mirko Heinemann

Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg: Am Abend des 9. August 1917 schießen Kriegsschiffe des verfeindeten Russlands die Kleinstadt Ordu an der Schwarzmeerküste in Brand. Da die christlichen Minderheiten des Reichs verdächtigt werden, den Kriegsgegner insgeheim zu unterstützen, fürchten die ortsansässigen Griechen die Rache ihrer türkischen Nachbarn. Panisch versuchen sie, an Bord der Schiffe zu gelangen. Eine, die es schafft, ist die 15-jährige Alexandra. Doch ihre Heimat sieht sie niemals wieder. Nach dem Krieg werden aus dem Gebiet der heutigen Türkei etwa 1,2 Millionen Griechen zwangsausgesiedelt. 100 Jahre später reist Alexandras Enkel Mirko Heinemann auf den Spuren seiner Familie und der sogenannten Pontos-Griechen durch den Norden der Türkei. Er erzählt, wie Griechen seit der Antike an den kleinasiatischen Küsten lebten, mit Byzanz das Erbe Roms antraten, bis sie in den letzten Jahren des Osmanischen Reichs erst dem aufgeschaukelten Nationalismus und schließlich den Interessen der Großmächte zum Opfer fielen. Eine hierzulande fast vergessene Geschichte, die bis heute das Verhältnis zwischen der Türkei und Europa prägt.

Der Autor über das Buch: »Meine Großmutter war auf ein Flüchtlingsschiff gestiegen. Wohin haben die russischen Kriegsschiffe die vielen Menschen gebracht? Und warum mussten die Griechen fliehen? Meine Onkel waren gestorben, meine einzige Tante litt bereits an Demenz. Ich drängte meine Mutter, alles zu notieren, woran sie sich erinnern konnte. Und dann packte ich meine Sachen und fuhr in das Land, das einst die Heimat meiner Großmutter war und sich heute Türkei nennt.« (Mirko Heinemann)

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Athos - Im Jenseits dieser Welt
« Antwort #941 am: 26.04.2019, 11:34:09 »
Athos - Im Jenseits dieser Welt

Die Halbinsel Athos in Griechenland ist eines der letzten Geheimnisse Europas: Dort leben über 2000 Mönche abgeschieden von der Außenwelt. Der Zugang ist Frauen untersagt, Touristen sind nicht erwünscht. Nur Arbeiter und Pilger erhalten ein Visum. Genau deshalb fasziniert die Mönchsrepublik Menschen, denen im modernen Leben etwas fehlt. In Zusammenarbeit mit drei Athos-Mönchen entstand mit „Athos - Im Jenseits dieser Welt“ ein noch nie erzähltes Filmtagebuch. Leitmotiv ist der Weg, den wir Menschen finden und gehen müssen – jeder für sich. „Erst müssen wir unsere eigenen Seelen heilen, dann können wir anderen helfen“, ist eine der Kernbotschaften von Vater Galaktion, einem Einsiedler am Heiligen Berg. Doch nicht alle Mönche leben so zurückgezogen und demütig wie Vater Galaktion. So öffnet unter anderem auch Vater Epiphanios dem Filmteam seine Türen, der als begnadeter und poetischer Koch den Genüssen des Lebens keinesfalls abgeneigt ist.

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Soultana Papalazarou - Die Märchen der Großmutter Kokolena
« Antwort #942 am: 28.04.2019, 11:19:41 »
Die Märchen der Großmutter Kokolena
Zweisprachige Ausgabe, Griechisch Deutsch
von Soultana Papalazarou


Als ich noch ein junges Mädchen war, hörte ich mit Freude meiner Mutter zu, wenn sie uns wieder Märchen erzählte. Ihr Name war Vasiliki Koukouleta, geborene Samsara. Die »Kokolena«, wie sie von allen genannt wurde, erzählte mit Vergnügen diese Geschichten, zunächst uns, ihren acht Kindern, und später auch ihren Enkeln. Viele ihrer Märchen sind mir noch ganz lebendig in Erinnerung geblieben. Mal leidenschaftlich und geheimnisvoll, dann wieder fantastisch und abenteuerlich, handeln sie von den Sehnsüchten der Menschen und versichern uns, dass Güte und Edelmut eines Tages belohnt werden. Im Gedenken an meine geliebte Mutter, der Großmutter Kokolena, stelle ich hier einige ausgesuchte Märchen zur Erbauung der kleinen und großen Kinder unter uns vor. Allen wünsche ich schöne Stunden. (Soultana Papalazarou)

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Pedro Ollala - Die ausgegrabene Demokratie
« Antwort #943 am: 03.05.2019, 18:42:29 »
Die ausgegrabene Demokratie
Ein politischer Spaziergang durch Athen

von Pedro Ollala

Ein Stadtführer der besonderen Sorte. Mit Pedro Ollala können Sie sich ins Café setzen, mit der U-Bahn fahren, ins Museum gehen oder ins Theater. Dann müssen Sie sich nur noch vorstellen, dass ein paar Meter unter Ihrem Cappucino vor ein paar tausend Jahren die Institutionen einer scheinbar universalen Regierungsform tagten. Ein paar Restbestände sind noch zu besichtigen. Erwandern Sie die Demokratie an ihrem Ursprungsort und erfahren Sie von einem engagierten Europäer, warum sie so gut funktionieren kann: weil sie einfacher, einleuchtender ist als andere, die gerade Konjunktur haben und die zur Durchsetzung ihrer Versprechen auch Mord und Totschlag in Kauf nehmen. Wie ihre Geburt, so könnte auch der Niedergang der europäischen Demokratien hier, im von Geldgebern und Flüchtlingselend gebeutelten Griechenland ihren Anfang nehmen. Dabei wäre alles so einfach.

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François Augieras - Eine Reise auf den Berg Athos
« Antwort #944 am: 05.05.2019, 13:51:12 »
Eine Reise auf den Berg Athos
von François Augieras

Augiéras schildert das Erklimmen des heiligen Bergs als Reise zum eigenen Inneren, die sinnlich und voller Melancholie ist und zugleich die radikale Abkehr von Konventionen, Dogmen und religiösen Zwängen feiert.

Ein junger Mann findet sich in einem seltsamen Dorf wieder, durch das er Zugang zur Mönchsrepublik Athos erhält. Er betritt den heiligen Boden, altert, verändert seine Gestalt und sein Wesen, empfindet den Duft der Kiefern und den Gesang der Zikaden als ebenso intensiv und unwirklich wie seine erotischen Begegnungen mit den Mönchen. Erzählt Augiéras von einem Fiebertraum, einer Unterweltfahrt oder tatsächlich vom heiligen Berg Athos? Es spielt keine Rolle, denn seinem Bericht aus einem Zwischenreich, in dem Heiligkeit und Fleischlichkeit, Vereinigung und Einsamkeit nebeneinander existieren, eignet eine Wahrheit über den Menschen an sich.

François Augiéras wurde 1925 in Rochester, New York, USA als Sohn eines französischen Pianisten und einer polnischen Porzellanmalerin geboren. Nach Episoden als Schauspieler bei einem Wanderzirkus und Soldat reiste er durch die Sahara und den Mittelmeerraum. Er starb 1971 in Périgueux.

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