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Autor Thema: Hellas Channel Lese-, Musik- und Filmtipps  (Gelesen 228013 mal)

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Konstantinos Kavafis - Erste Reise nach Griechenland
« Antwort #960 am: 14.03.2020, 13:11:27 »
Erste Reise nach Griechenland
Tagebuch (13. Juni bis 5. August 1901)

von Konstantinos Kavafis

Verlagstext: Konstantinos Kavafis (1863-1933) ist einer der bedeutendsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Seine „Erste Reise nach Griechenland“ unternimmt er im Jahre 1901. Der in Ägypten geborene Auslandsgrieche bleibt acht Wochen in Hellas, vor allem in Athen. Gleich am Anfang seiner Aufzeichnungen bemerkt der Kosmopolit, dass er ein „Tagebuch von Ereignissen“ schreibt. Viele zeitgenössische Abbildungen – Menschen, Straßen, Gebäude, Landschaften – illustrieren seine Spaziergänge als Tourist und Poet und verleihen dem Text zusätzliche Authentizität.
Diese deutsche Erstausgabe ist ein Mosaikstein, um den eigenwilligen Dichter besser zu begreifen, aber auch ein „kultureller Beitrag“ zur heutigen Situation in Griechenland. Mehrere neu übersetzte Gedichte, die einen zeitlichen Bezug zu dieser Reise haben, runden den Inhalt des Buches ab.

Leseprobe: Gestern früh ging ich zur Universität und ging in mehrere ihrer Säle. Ich verfolgte die Prüfungen der Studenten in politischer Ökonomie und Jura. Ich schaute mir besonders gründlich das Äußere der Akademie (heute ein Münzmuseum) und den großen Saal an. Ein prachtvolles Gebäude. Der Portier sagte mir, es habe 480.000 . st. gekostet; aber ich glaube, das ist Unsinn. Die wirklichen Kosten waren vermutlich um die 200.000 . st. Traf Alexander um 10 Uhr bei "Zacharato"; ging mit ihm zur Leofóros Amalías (eine schöne Straße) und dann um 12 Uhr zu Amalia Pappo. Thalia und Alexander Giro waren dort. Eine sehr gute Seele, diese Amalia. Am Nachmittag gingen Alexander und ich auf die Akropolis: sahen den Parthenon, das Erechtheum, die Propyläen, den Blick auf Athen von der Akropolis, das Museum der Akropolis. Grandios, grandios! Wir kehrten gegen 18.30 Uhr von der Akropolis zurück. Alexander ging ins Kaffeehaus von Giannakis21 und ich zur P.[latía] tou Synt.[ágmatos]. Vor dem Abendessen suchte uns Nicola Giannopoulo auf. Ein stattlicher junger Mann. Nach dem Essen gingen wir zu einem Kaffeehaus auf der Plat.[ía] tis Om.[onías].

Traf Alexander um 10 Uhr bei "Zacharato"; ging mit ihm zur Leofóros Amalías (eine schöne Straße) und dann um 12 Uhr zu Amalia Pappo. Thalia und Alexander Giro waren dort. Eine sehr gute Seele, diese Amalia. Am Nachmittag gingen Alexander und ich auf die Akropolis: sahen den Parthenon, das Erechtheum, die Propyläen, den Blick auf Athen von der Akropolis, das Museum der Akropolis. Grandios, grandios!

Wir kehrten gegen 18.30 Uhr von der Akropolis zurück. Alexander ging ins Kaffeehaus von Giannakis21 und ich zur P.[latía] tou Synt.[ágmatos]. Vor dem Abendessen suchte uns Nicola Giannopoulo auf. Ein stattlicher junger Mann. Nach dem Essen gingen wir zu einem Kaffeehaus auf der Plat.[ía] tis Om.[onías].

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Sti Romaiki agora / I Laiki agora / I alli agora
von Manos Hadjidakis

(5CD BOX SET)

Manos Hadjidakis, der 1960 für sein Lied „Never On Sunday“ aus dem gleichnamigen Film einen Academy Award in der Kategorie bestes Lied erhielt, gilt als derjenige Komponist und Musiker, der Rembetiko und Bouzouki in die zeitgenössische Kultur einführte. Auf den CD’s zu hören ist u. a. auch Hartino to Fengaraki, ein Lied, dass Hadjidakis für eine Aufführung des Stückes „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams schrieb.

Hartino to fengaraki Melina Mercouri
https://www.youtube.com/watch?v=WFrM2mLptXI


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Dennis Freischlad - Über allem Licht
« Antwort #962 am: 17.03.2020, 13:03:00 »
Über allem Licht
Eine Reise ins griechische Leben

von Dennis Freischlad

Dennis Freischlad macht sich auf die Suche nach der griechischen Seele, die sich seit jeher gegen alle Alltäglichkeiten behauptet. Es zieht ihn über den Peloponnes, er erkundet Kreta, segelt zu den Kykladen und reist weiter nach Athen und Delphi. An diesen Orten trifft er nicht nur auf mythische Geschichten, er begegnet den Menschen Griechenlands und nimmt sich Zeit mit ihnen: Er hilft Landwirten beim Anbau von Mandelbäumen, jubelt beim Fußballschauen mit griechischen Fans und begleitet einen Jazz-Musiker bei seinen Konzerten. Ein von der Mittelmeersonne geschriebenes, lichtes Buch, das mit seiner poetischen Sprache zum sinnlichen Kern Griechenlands vordringt.

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Tony Gatlif - Djam
« Antwort #963 am: 19.03.2020, 12:16:48 »
Djam
von Tony Gatlif

Die Griechin Djam (Daphné Patakia) wird von ihrem Onkel, dem passionierten ehemaligen Seefahrer Kakourgos (Simon Abkarian) nach Istanbul geschickt, um ein seltenes Motorteil für ein kaputtes Boot zu besorgen. Dort trifft sie auf die Französin Avril (Maryne Cayon), die in die türkische Metropole reist, um als Freiwillige für eine humanitäre Organisation in der Flüchtlingshilfe zu arbeiten. Ohne Kontakte und vor allem ohne Einkommen verzweifelt die engagierte Helferin jedoch an ihren überwältigend scheinenden Problemen. Die quirlige und großherzige Djam nimmt sich ihr an und die beiden werden schnell Freunde. Die zwei jungen Frauen reisen zusammen nach Griechenland auf die Insel Lesbos und lernen dort die örtliche Volksmusik Rembetiko kennen. Sie tanzen, schöpfen neue Hoffnung und entdecken, wie schön es ist, zu teilen…

DJAM Trailer German
https://www.youtube.com/watch?v=q6Diw0R6HDE

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Alexander Rubel - Die Griechen
« Antwort #964 am: 21.03.2020, 18:48:16 »
Die Griechen
Kultur und Geschichte in archaischer und klassischer Zeit

von Alexander Rubel

Wer waren die Griechen des Altertums und was haben sie uns heute noch zu sagen? Diesen Kernfragen kulturgeschichtlicher Betrachtung geht der vorliegende Band überblicksartig nach. Von der Entstehung der griechischen Stadtstaaten über die Perserkriege bis zum Zeitalter des Perikles und von der Ausbildung der Demokratie in Athen über die ökonomischen Grundlagen griechischer Gemeinwesen bis hin zu den grausamen Kriegen, die Griechen gegeneinander und gegen andere führten, spannt sich der narrative Bogen dieser Einführung. Geschichte, Kunst, Literatur und Alltagsleben der Griechen der archaischen und klassischen Periode werden in einem Gesamtbild einer Epoche präsentiert und ihre fortwährende Bedeutung für eine Gegenwart, die sich von humanistisch-klassizistischen Traditionen weit entfernt hat, wird kritisch analysiert. Dabei werden die Griechen einerseits von ihrem humanistischen Sockel geholt und ihre Lebensweise, ihre Gebräuche und politischen Institutionen als Teil einer uns doch recht fremden vormodernen Gesellschaft beschrieben, zugleich aber die nachhaltige Bedeutung ihrer Kultur für das Verständnis der europäischen Kulturgeschichte betont.

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Psarantonis & Ensemble - Son of Psiloritis
« Antwort #965 am: 22.03.2020, 11:37:41 »
Son of Psiloritis
Psarantonis & Ensemble

Psarantonis ist sicherlich der eigenwilligste aller kretischen Lyra-Spieler und Musiker. Er ist ein wahrer Sohn der kargen Hänge des Psiloritis. Zärtlich und temperamentvoll, sanft und überraschend wild, streichelt oder traktiert er sein Instrument und sein rauher, unverwechselbarer Gesang bildet den entsprechenden Kontrapunkt zu seinem oft experimentellen Spiel. Sein Repertoire umfaßt die Interpretation kretischer Volksmusik und vor allen Dingen eigener Kompositionen und Dichtungen – ein knorriger Musiker voller Überraschungen.

Mit dem 1981 vom Bayerischen Rundfunk aufgenommenen Album „Son of Psiloritis“ wurde Psarantonis über die Grenzen Kretas und Griechenlands hinaus bekannt.

https://www.youtube.com/watch?v=3AS4h1GaQoM&list=OLAK5uy_lZN74bbPeM3SqUMFjCWSQWPODRTQh-CUA

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Constanze Ott-Koptschalijski - Griechische Inselmärchen
« Antwort #966 am: 23.03.2020, 12:51:02 »
Griechische Inselmärchen
von Constanze Ott-Koptschalijski (Hrsg.)

Auf den griechischen Inseln ist die mündliche Erzähltradition bis heute lebendig. Die Märchen erzählen vom rauen Leben, das sowohl von Abgeschiedenheit und Entbehrung als auch von Seefahrt und Abenteuer geprägt ist. Die Winde, die Odysseus antrieben, wehen noch immer.

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Werner van Gent / Paul Walser - Zimt in der Suppe
« Antwort #967 am: 24.03.2020, 12:49:14 »
Zimt in der Suppe
von Werner van Gent und Paul Walser

Zwei Griechenlandkenner werfen einen genauso liebevollen wie kritischen Blick auf das Land. Mit viel Witz und Sachkenntnis erklären sie Mentalitäten, Verhaltensweisen und deren Hintergründe und vor allen Dingen, ob in der griechischen Küche jetzt Zimt verwendet wird oder nicht.
Die Neuauflage beinhaltet auch ein Kapitel zur sogenannten Griechenlandkrise.

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Alexandros Papadiamantis - Die Mörderin
« Antwort #968 am: 25.03.2020, 11:40:00 »
Die Mörderin
von Alexandros Papadiamantis

Papadiamantis’ bekannteste Erzählung erschien erstmals 1903 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift „Panathínäa“. Auf der ägäischen Insel Skiathos wird eine vom Alter gezeichnete Hebamme zur Mörderin an mehreren Mädchen, um diesen ein zukünftiges Leben in Abhängigkeit und Sklaverei zu ersparen. Papadiamantis’ sozialkritischer Blick auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft seiner Zeit sowie die herausragend sprachlich-stilistische Form des Textes machen „Die Mörderin“ zu einem der wichtigsten Werke der neugriechischen Erzählliteratur.

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Peter Trudgill - In der Sfakia
« Antwort #969 am: 26.03.2020, 12:27:47 »
In der Sfakia
von Peter Trudgill

Geschichte und Geschichten - unsere Zeit im wilden Kreta

Die Sfakia wird gern als das wilde Herz Kretas bezeichnet. Von dieser abgelegenen und dünn besiedelten Region im Südwesten der Insel bekommen Touristen einen ersten Eindruck, wenn sie sich zu einer Wanderung durch die Samaria-Schlucht entschließen. Peter Trudgill und seine Frau Jean Hannah besuchen die Sfakia und ihr Zentrum Chora Sfakion seit den 70er Jahren regelmäßig. Trudgills Reisebericht ist daher mehr als die nur touristische Wahrnehmung einer paradiesischen Landschaft. Unterhaltsam schreibt er über die Natur, die Landschaft, die Geschichte und die Legenden dieser Region, über die Alltagskultur, die Mentalität und die Lebensart ihrer Bewohner. Der Autor versteht es, uns in einer literarisch dichten Beschreibung die Welt und den Geist der Sfakia nahe zu bringen.

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Arn Strohmeyer - Faszination Kreta
« Antwort #970 am: 27.03.2020, 14:35:15 »
Faszination Kreta
Impressionen von einer alten und doch jungen Insel

von Arn Strohmeyer

Kreta – die Insel im purpur-wogenden Meer, die Homer schon preist, ist die Wiege der abendländischen Kultur. Ihre geschichtsgesättigte und mythenbeladene Erde, ihre faszinierende Kultur üben auch heute noch eine enorme Anziehungskraft auf Hunderttausende von Urlaubern aus.
Allerdings beschreibt so manche aktuelle Reiseliteratur noch Zauberhaftes, das längst schon der Vergangenheit angehört. Der plötzliche Einbruch der Moderne, die Anpassungsleistungen an Europa und der Prozeß der Globalisierung haben auch Kreta dramatisch verändert. Die Insel ist heute auch ein Ort der Entzauberung geworden.
Arn Strohmeyer begleitet diese Entwicklung seit über 40 Jahren. Seine Kritik ist die Klage eines Liebenden. Nach wie vor bekennt er sich zur Faszination Kreta, der er nicht nur in den Spuren der Vergangenheit nachspürt, sondern auch in den Zumutungen der Moderne.

Pressestimmen

„Dem auf Kreta-Literatur spezialisierten Verlag Dr. Thomas Balistier sei Dank: Er legte Arn Strohmeyers 'Faszination Kreta' (neu) auf und damit 'Sorbas war ganz anders', einen ehedem vergriffenen Bestseller des in diese Insel lebenslänglich verliebten Autors. Seit 1967 reist der Philosoph und Journalist dorthin; und immer kommt er mit einem Koffer voller Erinnerungen zurück, die er mitreißend zu erzählen weiß.
'Welcher andere Landstrich oder welche andere Insel auf dieser Welt kann mit so wunderbaren Landschaften, so viel Geschichte und Kultur, so offenen und herzlichen Menschen aufwarten?', fragt der 73-jährige, dessen Prosa ebenso ins klassische Feuilleton passt wie auf die Politikseite eines Journals. Freilich sind die von Strohmeyer gepflegten Allzeit-Protagonisten in der Neuauflage mit von der Partie: Nikos Kazantzakis' tatsächlich existierender Romanheld Alexis Sorbas, der mit Henry Miller befreundete Phaistos-Fremdenführer Alexandros Venetikos aus Vori, einem Dorf unweit der minoischen Stadt, die Blumenkinder von Matala, unter ihnen - 'gleich in der Höhle neben mir' - ein Österreicher namens Georg Danzer (gest. 2007), der Musiker und Liedermacher, dessen 'Griechenland' freilich mit uns unterwegs war im Süden.
Strohmeyers Buch ist durchaus gefühlsbetont, ihm mangelt es ebenso wenig an Träumereien wie an klar geäußerten kritischen Anmerkungen. Nachgerade zu den Veränderungen, die die Insel während der vergangenen 50 Jahre zu verkraften hatte: Den Kretern unterliefen beim Aufbruch in die Moderne grobe Fehler, vor allem schmerzen den Ehrenbürger von Matala und vielfachen Lentas-Resident die (unter anderem dem Tourismus-Boom an Teilen der Nordküste geschuldeten) Bau- und Umweltsünden. 'Reiche Natur voll landschaftlicher Schönheit und die archäologischen Schätze sind Kretas einziges Kapital; ein anderes gibt es nicht.'
Regelrecht sprachlos macht einen das Kapitel 'Helden, die keine waren: Die Deutschen auf Kreta 1941 bis 1945'. Darin ist von unglaublichen Kriegsverbrechen die Rede, von Exekutionen und dem mörderischen Niederlegen ganzer Dörfer - und von einer deutschen Erinnerungskultur vor Ort bis in die Gegenwart der Erzählung hinein, die nicht zwischen Tätern und Opfern unterscheidet. Fesselnd bis zur letzten Seite. Fortsetzung folgt - hoffentlich!“ (Gießener Allgemeine Zeitung, August 2015)

„Um Auskunft darüber geben zu können, worin für ihn das authentisch Kretische besteht, hat Arn Strohmeyer auf nicht ausgetretenen Pfaden die Insel bis in ihre letzten Winkel ergründet, seine über Jahrzehnte durch zahllose Begegnungen gesammelten Eindrücke verdichtet und diese mit Bekenntnissen anderer - vorzugsweise von Nikos Kazantzakis - abgeglichen. Das ihm, dem Kreta-Enthusiasten, der legendäre Psarantonis in dessen von der deutschen Wehrmacht geschundenem Bergdorf Anogia dennoch ein Interview ausschlug, resultiert keineswegs aus Vorbehalten gegenüber dem Germanos, sondern ergab sich schlicht und einfach aus der Uneitelkeit des Sängerstars. Als erstem wurde Strohmeyer Zugang gewährt zu der Briefhinterlassenschaft des Alexandros Venetikos, dem Henry Miller bleibenden Dank dafür zollte, weil er ihn Bescheidenheit und Demut gelehrt hatte. Nicht nur Freunde dürfte sich unser Autor damit machen, dass er den seit 2006 geplanten Ausbau des Hafens von Timbaki zu einem Umschlagplatz für Containerschiffe ablehnt. (...) Vor einem solchen Megaprojekt wäre, so ist dem letzten der elf Kapitelchen des Buches zu entnehmen, selbst ein Alexis Sorbas zurück geschreckt, der, zur Kultfigur geworden, ja gar kein Kreter war und auch in seiner rauhen, aber herzlichen Seele wenig gehabt habe, was dem Charakter und der Mentalität der Männer dieser Insel geähnelt hätte. Nicht was im Ideelen, sondern, was im tatsächlichen Hier und Heute seiner Meinung nach mit kretischem Charakter absolut unvereinbar sei, darauf stößt Strohmeyer in Floria, wo die Inschrift "Gefallen für Großdeutschland" und das Relief mit drei nach allen Seiten Handgranaten werfenden Gebirgsjägern eine Gedenkstätte für gefallene deutsche Soldaten des Zweiten Weltkriegs "zieren". (...) Mit "Faszination Kreta" hat er sich nun ein Stück Wirklichkeit von der Seele geschrieben, das bequemem Sich Unbeteilgt verhalten und schlichtem Darüberwegschauen keinen Raum lässt.“ (Politismos, März 2011)

„Die Nähe zu Afrika und zum Orient hat die Insel zur Wiege europäischer Kultur werden lassen. Ohne Rückblicke auf ihre bewegte Vergangenheit kommt Arn Strohmeyer bei seiner Liebeserklärung an Kreta demzufolge auch nicht aus. (...) Um Auskunft darüber geben zu können, worin für ihn das authentisch Kretische besteht, hat Arn Strohmeyer auf nicht ausgetretenen Pfaden die Insel bis in ihre letzten Winkel ergründet, seine über Jahrzehnte durch zahllose Begegnungen gesammelten Eindrücke verdichtet und diese mit Bekenntnissen anderer - vorzugsweise von Nikos Kazantzakis - abgeglichen.
Dass ihm, dem Kreta-Enthusiasten, der legendäre Psarantonis in dessen von der deutschen Wehrmacht geschundenem Bergdorf Anogia dennoch ein Interview ausschlug, resultierte keineswegs aus Vorbehalten gegenüber dem Germanos, sondern ergab sich schlicht und einfach aus der Uneitelkeit des Sängerstars. Als erstem wurde Strohmeyer Zugang gewährt zu der Briefhinterlassenschaft des Alexandros Venetikos, jenes nicht weniger legendären Fremdenführers von Phaistos, dem Henry Miller bleibenden Dank dafür zollte, weil er ihn Bescheidenheit und Demut gelehrt hatte. Nicht nur Freunde dürfte sich unser Autor damit machen, dass er den seit 2006 geplanten Ausbau des Hafens von Timbaki zu einem Umschlagplatz für Containerschiffe ablehnt. (...) Vor einem solchen Megaprojekt wäre, so ist dem lertzten der elf Kapitelchen des Buches zu entnehmen, selbst ein Alexis Sorbas zurück geschreckt, der, zur Kultfigur geworden, ja gar kein Kreter war (...). Nicht was im Ideellen, sondern was im tatsächlichen Hier und Heute seiner Meinung nach mit kretischem Charakter absolut unvereinbar sei, darauf stößt Strohmeyer in Floria, wo die Inschrift 'Gefallen für Großdeutschland' und das Relief mit drei nach allen Seiten Handgranat werfenden Gebirgsjägern eine Gedenkstätte für gefallene deutsche Soldaten des Zweiten Weltkriegs 'zieren'. (...) Mit 'Faszination Kreta' hat er sich nun ein Stück Wirklichkeit von der Seele geschrieben, das bequemem Sich-Unbeteiligt-verhalten und schlichtem Darüberwegschauen keinen Raum lässt.“ (Die Brücke 157, Februar 2011)

„Der Autor und Journalist Arn Strohmeyer bereist Kreta seit 40 Jahren und ist wie kaum ein anderer mit Geschichte, Kultur und Entwicklung von Land und Leute vetraut. Unter dem Titel "Faszination Kreta. Impressionen von einer alten und doch jungen Insel" greift er auf ältere Kreta-Essays zurück, wobei jedoch in den überarbeiteten Texten der Ton auf dem Thema "Veränderungen" liegt.
Der Zwiespalt zwischen Tradition und Fortschritt, zwangsläufige Wandlungen in Gesellschaft und Natur, die negativen Seiten durch die erweiterten touristischen Kapazitäten, globalisierte Wirtschaft und ausufernde Urbanität werden in ihrem Kontrast zur Schönheit der uralten Bergregionen, zur bleibenden Faszination ihrer Mythen und Menschen aufgezeichnet. Dies geschieht mit großer Einfühlung und Empathie, mit Wehmut und Zorn, und nach wie vor mit poetischer Eindringlichkeit in den Schilderungen und mit Begeisterung zum Unvergänglichen. Die liebende Verzauberung, mit der sich der Autor allen bleibenden Reizen der Insel hingibt, schlägt immer wieder in die Klage eines Liebenden um, der unweigerlich Vergehendes nur noch kraft seiner Sprache festhalten kann...
Arn Strohmeyers Betrachtungen beruhen auf historisch und soziologisch erforschten, intellektuell durchdachten und persönlich erinnerten Begebenheiten: Sei es das Loblied auf die kretische Taverne oder das Liebesbekenntnis zur problematischen Großstadt Heraklion, Streifzüge durch die Werke von Nikos Kazantzakis oder die einzigartige tiefenpsychologische Deutung des Minotaurus- und Labyrinh-Mythos, die romantischen Erinnerungen an das einstige Hippie-Paradies Matala oder die leider konkrete Horrorvision von einem chinesisch verwalteten Container-Großhafen in Timbaki...“ (Griechenland Zeitung Nr. 239, Juli 2010)

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Aris Fioretos - Mary
« Antwort #971 am: 29.03.2020, 12:15:35 »
Mary
von Aris Fioretos

„Es mag seltsam klingen, aber ich bin die einzige, die erzählen kann, wie ich endete.“ Es ist die Zeit der Diktatur des Militärs in Griechenland. Marys Bericht beginnt mit ihrer Liebe zu Dimos, einem Anführer der Studentenbewegung. Im November 1973 wird Mary festgenommen, in den Verliesen des Sicherheitsdiensts ist sie Hunger, Kälte und Folter ausgesetzt. Nur sie weiß von ihrer Schwangerschaft, dem Kind von Dimos. Aber Mary erzählt auch von der Solidarität unter den gefangenen Frauen, wie es ihr gelang zu überleben, ohne Verrat zu begehen. Mit großer literarischer Kraft beschreibt Aris Fioretos, der Autor aus Schweden, die existentielle Krise einer jungen Frau, die vor einem unlösbaren Konflikt steht.

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Σπασμένα Κομμάτια Της Καρδιάς
Αντώνης Ρέμος

Griechische Popmusik vom Feinsten.

https://www.youtube.com/watch?v=tEGc0KVOerk

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Nicole Quint - Alexis Sorbas und der getürkte Grieche
« Antwort #973 am: 31.03.2020, 13:45:24 »
Lesereise Peloponnes
Alexis Sorbas und der getürkte Grieche

von Nicole Quint

Wenn Olivenöl aus Tankstellenzapfhähnen fließt, wenn Morpheus Träume an die falschen Schläfer ausliefert und eine Sprechstundenhilfe zum Orakel wird, dann sind wir auf dem Peloponnes gelandet. Gottvater Zeus wusste, warum er sich seinen Zweit-Olymp auf der griechischen Halbinsel errichtete, denn Orte wie Epídauros, Mistrá, Messéne oder Olympía waren schon immer gut für spannende und kuriose Geschichten. Reiseschriftsteller von Pausanias bis Patrick Leigh Fermor haben sie gesammelt und aufgeschrieben. Auf ihren Spuren besucht Nicole Quint die antiken Stätten des Peloponnes. Lieber als dösenden Ruinen schaut sie aber den Griechen beim Griechischsein zu und berichtet vom Herrn der Knöpfe, vom Alltag einer Promenaden-Putzerin während der Touristensaison und vom Kloster der letzten Seidenweberinnen. Sie findet heraus, warum der gregorianische Kalender kommunistische Mythen zerstört und wie aus löchrigen Wänden wallfahrtsorttaugliche Kirchen werden. Nicht im Land des Zauberers von Oz trifft sie auf Vogelscheuche, Blechmann und Löwe, sondern tief im Süden des Peloponnes in der Mani, wo Bruce Chatwin die Autorin posthum auf die Idee zu diesem Buch brachte.

»Nicole Quint hat mich literarisch in den Peloponnes entführt, und ich kann Ihnen sagen, diese Frau könnte mich mit ihren sprachlichen Bildern und ihrer bildlichen Sprache auch ins hässlichste Eck von Duisburg-Meiderich entführen, ich würde ihr garantiert folgen.« (Südkurier)

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Maike Wöhler - Man ist nur so lange fremd, bis man sich kennt
« Antwort #974 am: 01.04.2020, 15:48:44 »
Man ist nur so lange fremd, bis man sich kennt
Griechische Arbeitsmigration in Wiesbaden im 20. Jahrhundert

von Maike Wöhler

Aus der Geschichte können wir lernen und erfahren, wie Integration gelingen kann.
In der vorliegenden historischen Dokumentation befragte die Autorin und Kulturwissenschaftlerin griechische ehemalige „Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter“ der 1. Generation nach ihrer persönlichen Geschichte der Zuwanderung in Deutschland. Die Befragungen griechischer Migrantinnen und Migranten der ersten Stunde ergaben spannende, aufregende, interessante, aber auch bewegende Geschichten über das Weggehen, das Zurücklassen der „Heimat“, die Einsamkeit der Ferne, die Sehnsucht nach der Familie und den Kindern, die oft zurückblieben und erst Jahre später, als man sich etabliert hatte, nachgeholt wurden.

Die interviewten Menschen bekräftigten, dass sie in Deutschland schon „lange angekommen“ seien, auch wenn besonders in der 1. Generation „das Herz in Griechenland ist und bleibt“.

Mit diesem Projekt wird nicht nur ein Beitrag zur aktuellen Migrationsarbeit geleistet, sondern es erfolgt zugleich ein Erinnern der oft noch andauernden Integrationsarbeit und Integrationsleistung der griechischen Migrantinnen und Migranten der Region. Die Geschichte der Migration ist oft in ihren Abläufen und Prozessen auf heute übertragbar und damit eine wichtige und unverzichtbare Hilfestellung für zugewanderte Menschen, die diesen oft mühsamen Prozess erst beschreiten müssen.

Es ist wichtig, für eine „Willkommensgesellschaft“, die Integrationsleistungen der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter besonders auch der 1. Generation zu würdigen und aus der Geschichte für die Gegenwart zu lernen.

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