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Lebensqualität

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Lebensqualität

Beitragvon Alex am Montag 8. Februar 2010, 15:56

Hallo,

so wie ich das einigen Diskussionen entnehmen kann wohnen einige von euch wohl schon seit längerem auf Kreta. Seit ihr der Meinung dass ihr dort "besser" lebt wie in Deutschland? Seit ihr zufriedener, könntet ihr euch vorstellen auch wieder in Deutschland zu wohnen? Was sind die Vor- und Nachteile? Ich glaube an gewisse Dinge gewöhnt man sich doch irgendwann, z.B. an das schöne Wetter. Was hat euch bewogen zu bleiben? Ich weiß, viele Fragen ;)

Gruß
Alex
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Heiri61 am Montag 8. Februar 2010, 17:06

Auch ich bin auf die vielen, sicher interessanten Antworten gespannt. Meine Schwester (Rentnerin) wohnt ja auch seit ein paar Jahren nur noch auf Kreta (keine Wohnung mehr in DE), fühlt sich dort (und in der Wärme) wohl. Sie hat keinen griechischen Partner, sondern ist einfach so allein dorthin gezogen.
Ich selber würde - glaube ich - "mein" Hallenbad und "meine" Bücherei zu Hause vermissen...Und im Alter "richtige" Freundschaften zu schliessen, das ist im Ausland - meine ich - auch nicht so einfach...
Als einmalig empfinde ich dagegen die Ruhe, die man auf Kreta noch haben kann, die Zeit, die still zu stehen scheint, die urwüchsige Natur und nicht zuletzt die meist überaus wohlwollende und gastfreundliche Art der Kreter Fremden (und sogar Deutschen!) gegenüber!
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Menno am Montag 8. Februar 2010, 18:04

... die Zeit, die still zu stehen scheint ...


Heiri, wirklich? Ich bin 2000 im *hohen* Alter wieder nach Berlin gezogen. Die 10 Jahre sind so schnell vergangen, dass mir Angst und Bange wird. Ich denke, das ist keine Frage des Wohnorts, vielmehr eine Frage, was man mit seiner Zeit anfängt. Also Nichtstun besser als Hyperaktivität?

Sorry Alex, hat nichts mit Deinem Fred zu tun, aber's kam mir grad so.
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Re: Lebensqualität

Beitragvon xarumeni am Montag 8. Februar 2010, 19:16

Nach mehreren Urlauben auf Kreta Entschloss ich mich 1983 zum ersten mal meine Arbeit in der Schweiz zu künden und nach Ierapetra auszuwandern.
Am Anfang war alles wie im Paradies. Wir hatten Monate auf der Eselsinsel verbracht. Unser Essen verdienten wir uns mit Teller waschen und sonstigen Minijobs in der damals einzigen Taverne auf der Insel.
Doch dann kam der Winter und unser erster Sohn kam auf die Welt.Mein Mann musste arbeiten und ich war den ganzen Tag bei der Familie.Eigentlich hatten wir unsere eigene Wohnung,die alte meiner Schwiegereltern .Diese hatten sich eine neue gebaut, doch es war Tür an Tür und irgendwie war meine Schwiegermutter noch nicht ganz ausgezogen.Eine eigene Wohnung konnten wir uns unmöglich leisten.Das Geld reichte oft nicht einmal für die Milch des Kleinen.Mein Schwiegervater hatte mir immer wieder etwas zugesteckt.Obwohl er eigentlich nicht verstand warum ein Mädchen aus der reichen Schweiz keine Mitgift bekommen hatte.In Ierapetra erhalten die Töchter wenn immer das möglich ist eine Wohnung als Mitgift.
Die größte Sorge der Familie meines Mannes war das ich nie alleine sein musste. Und ich wäre so gerne manchmal alleine gewesen.
Im Sommer ging es mir dann wieder besser.Ich hatte auch andere Frauen kennengelernt die in der gleichen Situation waren wie ich.Doch jeder Besuch der aus der Schweiz kam versuchte mich zu überreden zurück zu kommen.Keiner konnte glauben in was für ärmlichen Verhältnissen ich da lebte.Schließlich reiste ich zusammen mit zwei Freundinnen zurück. Mein Mann kam nach.Zum Glück fanden wir beide Arbeit.Wir schickten Geld nach Griechenland damit in unserer Abwesenheit die eigentlich unbewohnbare Wohnung renoviert werden konnte.
Als mein Sohn ins Schulalter kam mussten wir uns entscheiden.Mein Mann hatte eigentlich Angst davor wieder zurück zukehren. Das Leben in der Schweiz war so schön ohne Sorgen.Aber ich wollte das eintönige nicht mehr . Unsere Gedanken waren ja meistens auf Kreta.Außerdem wollte ich in der Situation auch kein zweites Kind ich musste ja arbeiten.
Also1989 unser zweiter Anlauf .Wir hatten genügend Geld um uns selbstständig zu machen.Von meinem Mann höre ich jetzt noch manchmal Vorwürfe dafür ,dass wir unsere sicheren (?) Jobs in der Schweiz aufgegeben hatten.Und zwar immer dann wenn im Geschäft Flaute ist.(immer im Sommer und jetzt in der Krise ganz besonders.)
Auch ich denke manchmal in der Schweiz wäre alles einfacher gewesen.Besonders jetzt wo Kosten für die Ausbildung des zweiten Sohnes mit der Krise zusammen fallen.Aber ich bin sicher wir schaffen das.Alle Verwandten und Bekannten die ich hier habe haben die selben Probleme.Keiner ist reich.Im Gegenteil.Viele sind hoch verschuldet.Bis vor kurzem war es noch so einfach alles was man wollte auf Kredit zu kaufen.Davor hat uns zum Glück meine Schweizer Erziehung bewahrt.Also geht es uns eigentlich besser als den Andern.
Nie hängen wir mit unseren Gedanken in der Schweiz ,so wie es umgekehrt war.Ich bin Überzeugt davon das wir hier glücklicher sind.Und ich hoffe , dass das meine Kinder auch so sehen.
Der Älteste der fließend Schweizerdeutsch spricht und ohne Probleme jetzt als Erwachsener zurückkehren könnte ,hat kein Interesse daran sein Glück in der Schweiz zu suchen.Dies wohl auch deshalb weil er zu denjenigen gehört die für beide Jahreszeiten Sommer und Winter einen Job haben.
Χαιρετώ από την νοτιότερη πόλη της Ευρώπης.
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Frente am Montag 8. Februar 2010, 20:39

Scheinbar einfache Fragen, sehr schwer zu beantworten. Vor allem nur sehr subjektiv. Was ich prima finde (als "Lebensqualität", aktuell zB. meinen Bullerofen statt Zentralheizung) mag für jemand anderes ein Horror sein.
Für mich persönlich ist die Lebensqualität hier deutlich höher, auch wenn das Leben sehr schwierig sein kann - das kann es in D/A/Ch allerdings auch. Ich kann mir nach fast 4 Jahren eine Rückkehr nur schwer vorstellen.

Ich liebe es, dass das Leben sich hauptsächlich draussen abspielt, natürlich gefällt mir das Klima und die Natur. Überhaupt wird hier mehr "gelebt" - ein Vergleich zB von Rethymno mit einer deutschen Stadt gleicher Einwohnerzahl ist gar nicht denkbar. Was manche verwundern wird: Ein großer Pluspunkt für mich hier ist die viel geringere Anonymität! Wenn man will, findet man immer Gesellschaft, stumm in der Kneipe oder im Cafe zu sitzen muss man nicht. Bis zu einem gewissen Grade (Familieninterna) sind die meisten Leute viel offener, witzigerweise gilt das auch für die meisten Ausländer, die hier leben. Steckt das an, oder sind nur die hiergeblieben, die selber offener sind?

Natürlich gibt es auch Menschen, die vor allem die negativen Seiten sehen - von denen es auch wahrlich genug gibt. Bei denen frag ich mich dann, wie sie es hier aushalten (Tierschutz, Machismo, Unzuverlässigkeit, Clan-Wirtschaft, Korruption, Verantwortungslosigkeit, Oberflächlichkeit, Rücksichtslosigkeit ... ). Auch mich kann das manchmal wahnsinnig machen, aber doch überwiegen die positiven Seiten, wie die oft unerwartete Herzlichkeit, die Musikalität, die Natürlichkeit, die Direktheit. Und meistens mag ich sogar das kleine Chaos, die Ungeregeltheit, das Provisorische. Deutschland assoziiere ich mit Perfektion und Rechtwinkligkeit, Pünklichkeit und Ordnung - Hektik am Tag und Langeweile abends. Hier ist es zerknüddelt, krumm und durcheinander - aber sehr interessant! Einfach *mehr* Leben, was nicht immer *besseres* Leben bedeuten muss.
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Re: Lebensqualität

Beitragvon betti am Montag 8. Februar 2010, 20:54

Hallo Alex,

mir geht es ähnlich wie Frente.....für mich sind die Lebensqualitäten hier andere wie in Deutschland. Das Leben ist in vielen Dingen einfacher....wie Frente auch schon sagte....bei mir ist es der Kamin anstatt der Zentralheizung.....man sitzt automatisch am Abend beisammen, weil es im Rest des Hauses zu kühl ist....als Hausfrau sehe ich oft den Unterschied von allmöglichen Haushaltsgeräten....weniger Technik ....was zwar mit etwas mehr Arbeit verbunden ist aber einfach nichts ausmacht....denn man hat anderswo soooo viel mehr! Land und Leute....die geben mir hier Zufriedenheit....ich fühle mich hier aufgenommen und wohl...es ist inzwischen mein Zuhasue.
Meine drei Kinder die sind alle hier geboren....die kennen nur das Leben hier und wenn ich mal zu Besuch in Deutschland bin....dann habe ich immer auch irgendwelche Problemchen....ich freue mich jedes Mal wie irre, wenn es nach Deutschland geht....aber auch jedes Mal nach wenigen Tagen merke ich....ich bin dort einfach nicht mehr zuhause...ich fühle mich dort nicht mehr heimisch...fühle mich fremd und mir fehlt meine Sfakia....mein einfaches unbeschwertes Leben.
Ich kann mir bei bestem Willen eine Rückkehr nach Deutschland nicht vorstellen.....

LG Betti
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Salbei am Montag 8. Februar 2010, 21:06

Mein Mann und ich sind welche, die wieder zurück nach Deutschland sind. Nach 7 Jahren mit Hausbau, Gartenanlage, Steine schleppen (was mir unendlich Spass machte). Gründe gab es viele: Probleme mit der Gesundheit, Einsamkeit, Vermissen der Kinder, Sprache, Müll usw.
Ich vermisse Kreta unendlich, jeden Tag, zweifle an mir.
Heute sitze ich hier in einem kleinen Haus mit Zentralheizung und sehne mich nach meinem "Bollerofen" - wie Frente es schreibt. Vermisse den Blick auf die Berge, das Meer, das Sägen des Olivenholzes, meinen Garten, das Meer, die FREIHEIT!

Ich wundere mich hier immer wieder, dass sich hier niemand zu Wort meldet, der wieder zurück ging. Wir werden doch nicht alleine sein?
LG Rosmarie

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Re: Lebensqualität

Beitragvon Anette am Montag 8. Februar 2010, 21:18

Es ist hier so, dass du immer aufgefangen wirst, ich fühle mich hier nie als eine einfache Nummer. Es ist so ein Gefühl, als ob ich hier mehr sein darf wer ich wirklich bin.

In Deutschland habe ich sehr gerne gelebt und liebe noch heute meine Heimat. Manche Freunde fehlen mir und der Umgang mit diesen. Gerne würde ich mal in Museen gehen, Konzerte und andere kulturelle Angebote/Kurse nutzen. Was mir am meisten fehlt sind manche Gerüche z.B. Wald, frisch gemähte grüne Wiesen. Fürs Auge ist es mir hier manchmal zu blau und ich will sie wieder in sattem grün baden, wie in Bayern.

Dann schaue ich hier aus dem Fenster, rieche das Meer und blicke in die Weite. Vor allem liebe ich hier das Licht. Das ist hier einfach viel intensiver, in Deutschland erscheint mir sogar an Sonnentagen alles trister.

Ein wichtiger Punkt ist natürlich meine Familie hier auf Kreta, wobei die Kids kein Problem in Deutschland hätten. Meinen Sfakia Mann nach München versetzen und er macht den Hausmann und ich geh arbeiten, tja. Muss ich ja wohl nicht weiter ausführen. Er würde es schon schaffen, aber würde er sich auch wohl fühlen?

Hier darf und muss ich mich selber organisieren. Wenn ich etwas für meinen Kopf will, suche ich mir etwas passendes! Wenn ich was für meine Seele will, suche ich mir was passendes. Wenn ich mich berieseln lassen möchte, da finde ich nichts.

Ich bin mir sicher, ich würde es in Deutschland wieder schaffen, aber ich weiß nicht, ob ich es noch will.

Ein bisschen stellt sich die Frage immer wieder, was mache ich wenn die Kinder groß sind und ich über mehr freie Zeit verfüge. Schaffe ich mir dann einen Hund an?

Schönen Abend noch,
Anette
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Frente am Montag 8. Februar 2010, 21:36

Anette hat geschrieben:Schaffe ich mir dann einen Hund an?


Nimm zwei!
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Menno am Montag 8. Februar 2010, 21:51

Anette, die Ambivalenz gefällt mir. Nichts ist perfekt, nirgendwo. Eigentlich kommt es nur darauf an, mit wem man lebt, und nicht wo man lebt. Wir sind in unserem Leben ziemlich oft umgezogen, nicht nur in einer Stadt, sondern auch von Stadt zu Stadt, nicht aber von Land zu Land, da ich als Werbetexter, der ich mit großem Vergnügen 25 Jahre war, im nichtdeutschsprachigen Ausland wohl nicht zurecht gekommen wäre. Aber egal wo wir waren, wir hatten früher oder später Freunde, die mit uns Heimat waren. Das oft zitierte Licht spielt für uns keine Rolle. Für meinen Bruder, der seit 30 Jahren mehr oder weniger glücklich in Oslo lebt, übrigens auch nicht. Mir reicht das schummrige Licht an der Havel, in Unterammergau oder am Bodden.
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Mario am Montag 8. Februar 2010, 22:23

Menno hat geschrieben:Mir reicht das schummrige Licht an der Havel, in Unterammergau oder am Bodden.


Oder im Jazz-Club? ;-)

Wenn wir mal im Süden leben sollten, wäre das ähnlichen Gegebenheiten, wie sie Frente geschrieben hat, geschuldet.

Das Leben mehr nach draußen verlagern und ein bisschen die deutsche Tretmühle hinter uns lassen. Mittelfristig sehe ich das aufgrund der immer mehr ortsungebundenen Arbeitsmöglichkeiten für mich ganz erreichbar.

Allerdings können wir uns durchaus andere Gegenden vorstellen, in die es uns eher ziehen würde als nach Kreta... Das südliche Portugal oder eine der kleinen kanarischen Inseln würden uns sicher ebenso sehr reizen.

(Und nun lass ich mich wieder verprügeln ;-))

Grüße

Mario
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Menno am Montag 8. Februar 2010, 22:31

Oder im Jazz-Club?

Genau !!!

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Re: Lebensqualität

Beitragvon AWI am Montag 8. Februar 2010, 22:35

Ich bin ja erst zukünftige Auswandererin, in ca. vier bis fünf Jahren und dann ganz komfortabel mit Rente.
Mir gefällt mein Leben hier eigentlich größtenteils gut. Aber ich hab richtig Lust, nochmal ganz neu anzufangen. Früher hab ich gedacht, wenn ich in Rente bekomme, gehe ich 10 Jahre nach Berlin und komme dann wieder nach Wuppertal zurück. Dann kam der Gedanke, 'Vielleicht vor Berlin noch ein Jahr Kreta?' Und inzwischen hab ich das Gefühl, Berlin zum Leben brauch ich nicht mehr.

Was ich auf Kreta suche? Ausprobieren, wie es ist, nochmal neu anzufangen und anders zu leben. Gucken, ob mir meine berufliche Erfahrung mit Fremden (ich mache Flüchtlingsberatung) hilft, wenn ich selber fremd bin. Das auf eine andere Weise offene Aufeinander-Zugehen der Menschen untereinander. Klar, ich will auch gern täglich das Meer sehen und den Jouchtas und den Psiloritis. Bin neugierig auf vieles auf Kreta, was ich noch nicht kenne. Und irgendwie hab ich das Gefühl, ein Eckchen in mir zu haben, das nur in Griechenland richtig lebt, und das dann auch mal zu seinem Recht kommen soll.
Und dann will ich natürlich am Kreta-Wiki weiterarbeiten.
Archanes: www.pinakas.de
Dt. Besatzungszeit auf Kreta: www.kreta-wiki.de
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Re: Lebensqualität

Beitragvon didika am Montag 8. Februar 2010, 22:45

Wir sehen uns auch nicht auf Kreta lebend, wenn wir einmal in der Pension
sind.
Sommer hier, in der wunderschönen Wienerstadt und der herrlichen Umgebung
inmitten von Weinbergen und im Winter in Südindien am Berg, angenehmes Klima,
Freunde etc. und dort gibt es keine Slums. (Tamil Nadu, K., der Princessin der Hillstations, nicht weit weg von Madurai, der herrlichen Tempelstadt und einige Stunden Fahrt zum Meer, entweder in den Westen oder in den Osten).

Und das Leben in Indien ist viel preiswerter, wenn nicht sogar billig, wenn ich
an Taxifahrten denke. Und die ärztliche Versorgung ist da oben auf 2.200 m
besser als in Griechenland, Krankenhäuser, Zahnärzte; da oben lebt der
Mittelstand Indiens, vorher die Missionare.

Wir haben dort schon einmal für einige Monate gelebt und es gefällt uns
außerordentlich gut, zumal wir viele Freunde dort gefunden haben, die an der
International School unterrichten, es ist Indisch und auch Englisch, eine sehr
gute Mischung. Es ist Multikulti, das mögen wir. :clap:

Ich kann auf der Veranda sitzen, die Blumen pflegen, am Abend am offenen
Kamin sitzen, kann jede Art von Küche kochen, Freunde einladen.
Und eine Villa können wir von einer indischen Freundin im Winter für einen
Pappenstil mieten, am gleichen Compound, wo unser bester Freund, ein
Engländer wohnt.

Und Kirchen von fast allen Religionsgemeinschaften sind rundherum, Anglikaner, Katholen,Evangelen, Muslime, Adventisten, Babtisten, Zeugen Jehovas usw. usw.

Blick von Coakers Walk - Plains.jpg
Blick von Coakers Walk in die Plains
Kodaikanal - Lake.jpg
K.+ Lake
kodi-sunrise.jpg
K.-Sonnenaufgang
Kodi-Landschaft.jpg
K. Landschaft
Kodi-Haus.jpg
K. - das Haus unseres besten Freundes dort
Dateianhänge
Fruchtstandl.jpg
Fruchtstandl in K.
Liebe Grüße von Didi !

I muass a mol in mein Leben a Reblaus gwesen sein, mir schmeckt der Rote genau so guat wia der Weisse ........
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Re: Lebensqualität

Beitragvon CiaoCreta am Dienstag 9. Februar 2010, 11:52

Glückwunsch an alle, die bisher mit ihren Erfahrungen zu diesem Thread beigetragen haben! :clap:

Sehr interessant, die verschiedenen Facetten und Standpunkte zu lesen.

Ich fand es immer eher riskant, komplett auszuwandern, obwohl das immer in meinem Kopf herumschwirrte (und teilweise noch immer schwirrt!). Aus dem Grund, dachte ich mir, arbeite ich doch erst mal im Tourismus, bin dann mal 1/2 Jahr auf Kreta, eine Zeitlang auf den Kanaren, auf Sardinien etc.gewesen. Überall habe ich dann so meine Erfahrungen, positive wie negative, gemacht und verstanden, dass es das absolute Traumland, die absolute Trauminsel nicht gibt. :cry: Auf Sardinien haben mich dann meine italienischen Kolleginnen ganz offen gefragt, warum ich denn als "reiche" Deutsch-Italienerin nach Sardinien zum Arbeiten komme. Mein (neues) Auto war dann am nächsten Morgen komplett zerkratzt. Natürlich hatte niemand was gesehen ... :thumbdown: - Seither fahre ich nur noch zum Urlaub nach Sardinien. Auf Kreta waren meine Erfahrungen - trotz sehr spärlicher Griechischkenntnisse - wesentlich positiver!

Letzten Oktober waren wir nur 1 Woche auf Kreta, davon hat es 5 Tage geschüttet wie aus Kübeln, Straßen überschwemmt, im Hotel kam das Wasser von der Decke ... Der Himmel ständig grau verhangen. Da dachte ich mir dann, Winter auf Kreta? Nicht für mich. Dann ziehe ich es doch vor, Schnee zu schippen und den Kindern beim Schlittenfahren zuzusehen, lange Schneewanderungen in unseren schönen Mischwäldern zu machen und dann im Frühjahr/Sommer wieder nach Kreta zu fliegen. :greek:

LG - Barbara
Je ne regrette rien.
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Re: Lebensqualität

Beitragvon protos asteri am Dienstag 9. Februar 2010, 12:00

Wow…tolle Landschaft,Didi.
Zu Kreta:hätte ich nicht so viele Probleme mit meiner Familie wäre ich wohl schon lange auf der Insel.
Aber ich kann und will meinen „alten Herrn“ nicht alleine lassen.Er ist mein allerbester Freund,und den läßt man nicht im Stich.Ohne mich müßte er in ein Pflegeheim und das geht gar nicht.Wenn die Zeit kommt,und er geht,dann hält mich hier in Deutschland nichts mehr.Ich werde hier alles verkaufen,oder vermieten und „ab durch die Mitte“
Das Leben auf Kreta ist gewiß schwieriger(zumindest ohne Geld) aber das Lebensgefühl doch viel intensiver und schöner.Meine beste Freundin lebt ärmlich und verschuldet seit vielen Jahren dort,und nichts,aber auch gar nichts könnte sie bewegen wieder nach Deutschland zurück zu kommen,trotz der vielen Probleme.
Für mich wird es immer schwerer Abschied zu nehmen von meinen Freunden auf Kreta.Oft fiessen viele Tränen.Aber ich kann nicht bleiben.Eines Tages…bloib I dort….Und Germania nur noch zum Urlaub.So versuche ich halt so oft wie es geht hier eine Auszeit zu nehmen und wenigstens ein paar Wochen auf Kreta zu verbringen.Aber eines steht fest,wenn ich dort einmal lebe,dann zu 100% ohne Mann.Das ist mir zu anstrengend.Mich kann niemand mehr verbiegen,auch kein Kreter.Dann lieber mit 20 Hunden unter einem Dach.
Trotzdem würde es mich immer wieder in die Welt hinaus ziehen.Ich möchte noch so viel sehen.Und dann wieder heimkommen an den kretischen Bollerofen.

@ Salbei Ich kenne einige die wieder nach Deutschland zurück gekehrt sind.Einige davon aus gesundheitlichen Gründen,andere weil sie schlicht und ergreifend gescheitert sind bei dem Versuch sich dort etwas aufzubauen.Eine alte Freundin von mir lebte fast 20 Jahre dort,und nach ihrer Scheidung von einem Kreter,wurde ihr das Leben dort zur Hölle gemacht.Sie floh regelrecht zurück nach Deutschland.
Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt.
Cristian Morgenstern
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Re: Lebensqualität

Beitragvon sabinara am Dienstag 9. Februar 2010, 12:12

Ich denke auch, das ist keinbe Frage wo man leben möchte, sondern wie

Auch wir hatten vor einiger Zeit mit dem Gedanken gespielt, uns nach dem Berufsleben auf KRETRA anzusiedeln. Glücklicherweise haben wr im Freundes- und Bekanntenkreis einige Beispiele und konnten über die Jahre beobachten, wie sich die Menschen änderten und doch nicht wenig an Deutschland dachten und die (für sie) positiven Lebensqualitäten aufzählten. Ich will nicht sagen, dass ich mich davon habe beeinflussen lassen, aber es hat mir schon zu denken gegeben.
Nicht zu übersehen sind hierbei auch wesentliche Kriterien, wie

1) bin ich noch unter der arbeitenden Bevölkerung, d.h. muß ich noch Geld verdienen,
2) bin ich aufgrund einer Beziehung in das Land gewechselt, habe dann Familie usw. oder
3) bin ich der reine Genießer von Land und Leuten

Vom Wetter würde ich einen Umzug nicht abhängig machen, auch auf Kreta gibt es Schlechtwetterperioden, auch wenn sie nicht solange dauern, wie unser hiesiger Winter.

Nicht vermissen möchte ich den deutschen Frühling, das erste morgendliche Vogelgezwitscher, die Kurztrips nach Rügen, den ersten Besuch im Biergarten etc.
Ob später Berlin unseren zentralen Lebensmittelpunkt bilden wird, oder aber ein anderes deutsches Domizil, oder ein anderes europäisches Land, bleibt abzuwarten. Bis dahin werden wir uns noch weiter auf der Welt umschauen, werden aber nie außer acht lassen, dass die innere Zufriedenheit immer das wichtigste an dieser Tatsache bleiben muß, wenn ich D verlassen sollte.
lG
Sabinara


Ein Egoist ist ein unfeiner Mensch, der für sich mehr Interesse hat, als für mich.

Ambrose Bierce
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Rena am Dienstag 9. Februar 2010, 12:44

Ich kann mir gut vorstellen, mal zwei/drei Monate am Stück auf Kreta oder auch anderswo - Kreta ist für mich nicht der Nabel der Welt - zu verbringen. Aber auf Dauer? Ich würde doch einiges vermissen, vor allem unseren doch recht großen Freundeskreis und die kulturellen Einrichtungen.
Und ich gebe zu, auch die Bequemlichkeiten hier, die große Wohnung, die wir haben, sind mir viel wert. Wir haben ja schon Probleme bei dem Gedanken, uns hier eventuell in ein paar Jahren mal kleiner zu setzen. Worauf kann man verzichten? Auf einen Teil der Bücher? Auf die vielen Grafiken, die wir gesammelt haben? Oskar auf seine Werkstatt, die Druckstöcke, vor allem die für ihn wichtigen beruflichen Kontakte? Ein Künstler geht ja nicht in den Ruhestand. Und ich glaube, unsere Töchter würden uns auch vermissen, und das Enkelkind und, und, und ...

Ich plane eher etwas längere Reisen, auch noch in andere Regionen der Welt, wenn ich dann so in etwa fünf Jahren Rentnerin werde.

Ich denke, es ist etwas anderes, wenn man verheiratet im Ausland ist, also Familie dort hat. Da ist man ganz anders eingebunden im alltäglichen Leben.

Wünsche aber allen, die den Schritt wagen, viel Glück. Rena
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Re: Lebensqualität

Beitragvon xxmargana am Dienstag 9. Februar 2010, 13:41

Als jemand, der in der Anonymität einer Großstadt großgeworden ist, müsste ich mich erst daran gewöhnen, dass auf dem Land viel mehr geredet wird und ich würde die Vorteile von "aufgefangen werden" sicher schätzen aber auch vielleicht als einen Verlust von individueller Freiheit empfinden auf Kreta.
Ansonsten: Mir fehlen hier in D vor allem: der weite Blick auf Meer und Berge (hier sieht man überall nur Autos und Häuser und selbst im Wald hat man nie das Gefühl mal alleine sein zu können), die relative Freiheit im täglichen Tun (hiermit meine ich das Meer von Regeln um mich herum in D), die Qualität von Luft und Essen auf Kreta, den Blick aufs Wesentlichere (nicht ganz so viel Fokus auf Konsum) und und und.

Liebe Grüße aus Frankfurt
Sybille
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Re: Lebensqualität

Beitragvon Pagoni am Dienstag 9. Februar 2010, 14:41

Liebe Betti und Frente,
kommts mal nach Bayern, da is alles anders, glaub mirs. Nix is wirklich rechtwinklig, vorallem nicht user bayerischer Humor.

Letztendlich kommt es auf die Lebesqualität in einem selber an, dann kannst Dich überall wohl fühlen.
Als Naturmensch zieht es mich natürlich mehr in die Natur. Mein Bayern gibt mir alles was ich brauche, Jazzclubs inklusive, da brauch ich nicht wo anders hin auswandern. Ab und an mal in Kreta sein, weil ich dort über Jahre hinweg so gute Freunde gewonnen habe und ich das Meer so liebe und die Wolken und die Olivenbäume.
Aber dort leben und Verantwortung zu übernehmen, nein, da ist mir Kreta zu kompliziert. Das mache ich hier bei uns. Manche, die davon träumen auszuwandern, wissen gar nicht wie gut und schön sie es eigentlich zu Hause haben. Ich glaube sie sind auf der Suche nach sich selber und sehen sich einfach nicht. Da hilft auch "kein alles lockerer in Kreta" nicht.
Liebe Grüße und schönen Fasching
Anderl
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