Hallo,
lese gerade ein Buch, das mich sehr bewegt. Und zwar den Roman "Glückseligkeit" von Zülfü Livaneli.
Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgin (Türkei) geboren. In den 70er Jaren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Seitdem ist er einer der bekanntesten Sänger und Filmemacher der Türkei, der auch international große Erfolge feiert. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein. Seine Bücher werden weltweit gelesen.
Wenn Ihr Euch jetzt fragt, was hat das mit Griechenland zu tun? Livaneli trat als Musiker in den 70er und 80er Jahren häufig zusammen mit Theodorakis auf, beide gründeten 1987 eine Initiative für einen Dialog zwischen Griechenland und der Türkei als "Symbol für die türkisch-griechische Annäherung".
In dem Roman beschreibt er eindrucksvoll die Kontraste im Leben der heutigen Türkei. Ein junges Mädchen in Ostanatolien wird vom Onkel vergewaltigt. Wie es die Tradition will, liegt die alleinige Schuld bei ihr, sie soll umgebracht werden. Der Cousin fährt mit ihr nach Istanbul und soll dort das von der Familie gefällte Urteil vollstrecken. Er bringt das jedoch nicht übers Herz. Sie lernen einen weltoffenen Soziologieprofessor kennen, der sich in einer Lebenskrise befindet. Das Leben der drei verändert sich.
Das ist ganz verkürzt der Inhalt. Beeindruckend die Schilderungen der Kontraste zwischen dem Leben in einem ostanatolischen Dort und der Weltstadt Istanbul, aber auch der Probleme der vielen Einwanderer, die dort ihr Glück suchen.
Gruß, Rena

