Massaker der Wehrmacht auf Kreta.
Vor 65 Jahren vernichteten die Nazis das Dorf Anogeia. Den jährlichen Gedenkfeiern entziehen sich Vertreter der BRD bis heute.
Eine Reportage.
Den gepflegtesten Rasen gibt es unweit von Chánia. Man versinkt darin wie in einem Teppich. Das Gras auf dem Rest der Insel Kreta ist verbrannt. Wie die Erde, die man seinerzeit zurückließ. Der grüne, kühle Rasen befindet sich auf einem Anhang, von dem der Blick aufs blaue Meer fällt. Er deckt die Gebeine von annähernd 5000 Soldaten, kaum einer älter als 25 Jahre, als er auf oder vor der Insel sein Leben verlor.
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Unweit von hier, in Chánia, befand sich seinerzeit die »Opferzentrale«. Dort erließ am 13. August 1944 der »Kommandant der Festung Kreta« mit dem schönen deutschen Namen Walter Müller einen Befehl, der am Rathaus von Anogeia in Marmor gemeißelt ist. Dieser lautete: »Da die Stadt Anogeia ein Zentrum der englischen Spionagetätigkeit auf Kreta ist, da die Einwohner Anogeias den Sabotageakt von Damastá ausgeführt haben, da die Partisanen verschiedener Widerstandsgruppen in Anogeia Schutz und Unterschlupf finden und da die Entführer des Generals Kreipe ihren Weg über Anogeia genommen haben, wobei sie Anogeia als Stützpunkt bei der Verbringung nutzten, befehlen wir, den Ort dem Erdboden gleichzumachen und jeden männlichen Einwohner Anogeias hinzurichten, der innerhalb des Dorfes oder in seinem Umkreis in einer Entfernung bis zu einem Kilometer angetroffen wird.«
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http://www.jungewelt.de/2009/08-13/009.php
Andrea
